EDL-G und EnEfG: Novellierung 2026
EDL-G und EnEfG: Novellierung 2026 â
Was Unternehmen jetzt wissen mĂŒssen
Die EDL-G EnEfG Novellierung steht 2026 an. Das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) und das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) sollen dabei angepasst werden. Die geplanten Ănderungen betreffen Energieauditpflichten, UmsetzungsplĂ€ne und die Zulassung von Energieauditoren. Hier erfahren Sie, was konkret geplant ist â und worauf Sie sich vorbereiten sollten.
1. Hintergrund: Warum die EDL-G EnEfG Novellierung kommt
Das Bundeskabinett hat am 24. Juni 2026 den Regierungsentwurf zur Ănderung des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G), des Energieeffizienzgesetzes (EnEfG) und des Energieverbrauchskennzeichnungsgesetzes beschlossen. Ziel ist es, die EU-Energieeffizienzrichtlinie schneller umzusetzen, praktische Vollzugsfragen zu klĂ€ren und die Anforderungen an Energieaudits und Energiemanagementsysteme neu zu ordnen.
Rechtsstand 17. September 2026, im DIP geprĂŒft am 19. Oktober 2026: Der Bundesrat hat am 10. Juli 2026 Stellung genommen; seitdem ist im DIP kein weiterer Verfahrensschritt verzeichnet, ein Termin fĂŒr die erste Beratung im Deutschen Bundestag ebenfalls nicht. Das parlamentarische Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Bis zum Inkrafttreten gelten EDL-G und EnEfG in ihrer aktuellen Fassung weiter. Amtlicher Gesetzgebungsvorgang.
2. Neue Anforderungen an das Energieaudit
Der geplante neue § 8a EDL-G soll die inhaltlichen Anforderungen an Energieaudits erweitern. Konkret soll das Audit kĂŒnftig folgendes umfassen:
- Erfassung der Zufuhr und Abgabe von Energie sowie Prozesstemperaturen
- Erfassung abwĂ€rmefĂŒhrender Medien â inklusive Temperaturen, WĂ€rmemengen und möglicher Inhaltsstoffe
- Unterscheidung zwischen technisch vermeidbarer und technisch nicht vermeidbarer AbwÀrme
- Bewertung der Möglichkeiten zur AbwĂ€rmerĂŒckgewinnung und -nutzung
- Identifizierung und Darstellung technisch realisierbarer EndenergieeinsparmaĂnahmen
- Wirtschaftlichkeitsbewertung nach DIN EN 17463 (VALERI)
- Potenziale fĂŒr die kosteneffiziente Nutzung oder Erzeugung erneuerbarer Energien
Das Audit bleibt damit klar an der DIN EN 16247 ausgerichtet, wird aber um AbwÀrme- und Erneuerbare-Energien-Aspekte erweitert.
3. Wer ist auditpflichtig? Neue Schwellenwerte
Eine wichtige SystemĂ€nderung: Die bisherige KMU-Grenze als Ausnahmekriterium entfĂ€llt. KĂŒnftig gilt die Auditpflicht allein auf Basis des Jahresgesamtendenergieverbrauchs.
> 7,5 GWh
- Pflicht
- Energie- oder Umweltmanagementsystem (z. B. ISO 50001)
- Frist / Rhythmus
- Innerhalb von 20 Monaten nach Inkrafttreten
> 2,77 GWh (nach Novellierung)
- Pflicht
- Energieaudit (DIN EN 16247) oder Managementsystem
- Frist / Rhythmus
- Alle 4 Jahre
> 2,5 GWh
- Pflicht
- UmsetzungsplÀne nach § 9 EnEfG
- Frist / Rhythmus
- Innerhalb von 1 Jahr; jÀhrliche Aktualisierung
4. UmsetzungsplÀne nach § 9 EnEfG
Unternehmen ab 2,5 GWh Jahresendenergieverbrauch sind verpflichtet, fĂŒr alle im Energieaudit oder Managementsystem als wirtschaftlich identifizierten MaĂnahmen konkrete UmsetzungsplĂ€ne zu erstellen und zu veröffentlichen.
Geplante Vereinfachungen durch die Novelle
- Die Frist zur Erstellung der PlĂ€ne wird von drei auf ein Jahr verkĂŒrzt
- Neu: jÀhrliche Aktualisierung der PlÀne vorgesehen
- Die zusĂ€tzliche BestĂ€tigung der UmsetzungsplĂ€ne nach dem bisherigen § 9 EnEfG sowie der Nachweis gegenĂŒber dem BAFA entfallen
- Die Veröffentlichung erfolgt kĂŒnftig im Unternehmensregister (§ 8b HGB), soweit möglich
Die Inhalte der UmsetzungsplÀne orientieren sich an den Vorgaben von ISO 50001, EMAS und DIN EN 16247-1. Das BAFA hat hierzu ein aktualisiertes Merkblatt veröffentlicht, das ein Gestaltungsbeispiel enthÀlt.
5. Anforderungen an Energieauditoren
Ein neuer § 8b soll die Anforderungen an Energieauditoren prĂ€zisieren. Kernpunkt: Energieauditoren mĂŒssen kĂŒnftig eine BAFA-Zulassung erwerben, bevor sie tĂ€tig werden.
Voraussetzungen fĂŒr die Zulassung
- Fachkunde: EinschlÀgiges Hochschulstudium oder anerkannter Fortbildungsabschluss
- Berufspraxis: Mindestens drei Jahre einschlÀgige berufliche TÀtigkeit
- Weiterbildung: Teilnahme an einer BAFA-anerkannten Weiterbildung im Umfang von mindestens 80 Unterrichtseinheiten
Laufende Fortbildungspflicht
Nach der Zulassung sind Energieauditoren verpflichtet, sich regelmĂ€Ăig weiterzubilden. Innerhalb eines Weiterbildungszeitraums von drei Jahren mĂŒssen mindestens 24 Weiterbildungspunkte bei einer BAFA-anerkannten Einrichtung absolviert werden.
6. BAFA-StichprobenprĂŒfung â aktuelle Erleichterungen
Das BAFA hat bereits jetzt Erleichterungen fĂŒr die Stichprobenkontrolle nach § 8c Abs. 2 EDL-G und § 10 EnEfG eingefĂŒhrt. Die PrĂŒfung konzentriert sich auf nicht wirtschaftliche MaĂnahmen, um sicherzustellen, dass alle wirtschaftlichen MaĂnahmen im Umsetzungsplan erfasst wurden.
FĂŒr die Stichprobe gilt: Mindestens fĂŒnf MaĂnahmen oder 40 Prozent der nicht aufgenommenen MaĂnahmen werden geprĂŒft. ZusĂ€tzlich werden nicht wirtschaftliche MaĂnahmen mit einer Endenergieeinsparung von mehr als 5 Prozent des Gesamtverbrauchs in die Stichprobe einbezogen.
7. Fazit und Handlungsempfehlung
Die Novellierung von EDL-G und EnEfG bringt mehr Klarheit, aber auch neue Pflichten â insbesondere fĂŒr Unternehmen im Bereich AbwĂ€rme, UmsetzungsplĂ€ne und Auditoren. FĂŒr Unternehmen empfiehlt sich folgendes Vorgehen:
- ĂberprĂŒfen Sie anhand des Drei-Jahres-Durchschnitts, ob Ihr Unternehmen die Schwellenwerte (2,77 GWh bzw. 2,5 GWh) ĂŒberschreitet.
- Stellen Sie sicher, dass Ihr nĂ€chstes Energieaudit die erweiterten Anforderungen zur AbwĂ€rme und VALERI-Bewertung berĂŒcksichtigt.
- Beginnen Sie frĂŒhzeitig mit der Erstellung der UmsetzungsplĂ€ne â die neue Ein-Jahres-Frist lĂ€sst weniger Spielraum als bisher.
- PrĂŒfen Sie, ob Ihr Energieauditor nach der Novellierung die neuen Zulassungsvoraussetzungen erfĂŒllt.
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Jetzt Energieaudit anfragen8. HĂ€ufige Fragen (FAQ)
Wann tritt die Novellierung von EDL-G und EnEfG in Kraft?
Ein konkreter Termin steht noch nicht fest. Laut DIHK und Koalitionsvertrag sollen beide Gesetze im Jahr 2026 novelliert werden. Bis dahin gelten die aktuellen Regelungen unverÀndert.
Gilt die Energieauditpflicht weiterhin nur fĂŒr Nicht-KMU?
Nach der Novellierung wird die KMU-Grenze als Abgrenzungskriterium abgeschafft. Die Pflicht richtet sich dann allein nach dem Jahresgesamtendenergieverbrauch â ab 2,77 GWh ist ein Audit oder Managementsystem erforderlich.
Was passiert, wenn kein Umsetzungsplan vorliegt?
Bei VerstöĂen gegen die Regelungen des EnEfG können BuĂgelder von bis zu 100.000 Euro verhĂ€ngt werden. Das BAFA prĂŒft die Einhaltung stichprobenartig.
Können bestehende Energieauditoren weiter tÀtig sein?
Das hĂ€ngt von den Ăbergangsregelungen der Novelle ab, die noch nicht final feststehen. Es ist davon auszugehen, dass bestehende Auditoren eine Ăbergangsfrist zur Registrierung beim BAFA erhalten. Aktuelle Qualifikationsnachweise sollten daher bereits jetzt dokumentiert werden.
Was ist die VALERI-Methode?
VALERI (Value Engineering for Large Energy-Related Infrastructure) ist die in DIN EN 17463 normierte Methode zur Wirtschaftlichkeitsbewertung von EnergieeffizienzmaĂnahmen. Sie liefert eine standardisierte Grundlage fĂŒr die Entscheidung, welche MaĂnahmen als âwirtschaftlich“ eingestuft und damit in den Umsetzungsplan aufgenommen werden mĂŒssen.